Sanierung
von Unternehmen
durch Kreditinsitute, Management und Berater
Klaus
Bales / Dr. Jochen Brinkmann
Finanz Colloquium Heidelberg,
Heidelberg, 2. Aufl. 2007.
390 S. plus CD-ROM, 72 €.
Auszug
aus Bankpraktiker vom 06.07.2008,
Heft 07-08, Seite 370:
"Wie schon von dem Rezensenten der Erstauflage zum Ausdruck gebracht (Haarmeyer, ZInsO 2005 S. 985), bewegt sich das Werk, das hauptsächlich von den Herausgebern Bales/Brinkmann in gemeinschaftlichen Beiträgen verfasst wurde (Ausnahmen sind der Abschnitt über „Organisation der Sanierung in Kreditinstituten“ von Luerßen und „Bilanzpolitik und Bilanzmanipulation“ bzw. „Prüfung der Plausibilität von Sanierungskonzepten“ sowie „Sanierungsgewinne und Verlustverrechnung“ von Habel), im Spannungsverhältnis zwischen der Darstellung des notwendigen theoretischen Rüstzeugs, um Sanierungen begleiten zu können und den praktischen Handreichungen für den Adressatenkreis. Dieser ist vielfältig, zielt man doch nicht nur auf Bankmitarbeiter, sondern auch auf deren Partner in den mittelständischen Unternehmen (wobei die Bandbreite derselben beachtlich ist) sowie deren Berater. Der Buchtitel und der Adressatenkreis dürfen als ambitioniert bezeichnet werden.
Die Synthese von Ziel, Thesen und Inhalten ist praxisgerecht. Bei aller Breite der aufgespannten Themen hat man sich doch in Selbstbeschränkung geübt und es bei schmalen 365 S. bewenden lassen. Positiv ist der den Überblick sehr befördernde Aufbau nach Randnummern über alle Beiträge hinweg, wie es Brauch in der Buchreihe des Finanz - Colloquium Heidelberg ist und die in nicht weniger als neun Anhängen beigefügten Vertragsmuster. Diese reichen vom Besserungsschein über den Poolvertrag bis zum Forderungskaufvertrag zur Insolvenzgeldvorfinanzierung. Hilfreich sind die auf der CD zusätzlich beigegebenen Checklisten. Den hohen praktischen Nutzen des Werks würde ein Sachregister, das man sich ab der nächsten Auflage gönnen sollte, noch deutlich erhöhen. Den Themenüberblick erleichtern zudem Graphiken und Übersichten. Die Darstellung ermöglicht dem Leser den Einblick in das Denken und in Entscheidungsprozesse der Beteiligten und fördert so das Verständnis der jeweiligen Position und auch der etwa unabweisbaren Notwendigkeiten. Risiken werden herauskristallisiert. Mancher Geschäftsführer wird nach dem Durchlesen nachdenklich werden. Der anwaltliche Berater wird sich durch die kundig ausgewählten Fundstellen anregen lassen, weiterführende Literatur für weitere Details in die Hand zu nehmen.
Dem Rezensenten seien wenige die Darstellung unterstreichende Akzente gestattet: Der Gesetzgeber der InsO präferiert in der insolvenznahen Krise die Sanierung im Insolvenzverfahren, so dass die externe Sanierung (vgl. Rdnr. 29, 128) tendenziell risikoreicher ist. Eine Finanzierungsverpflichtung der Kreditinstitute in der Krise besteht in keiner Weise, Maßstab ist stets die kreditwirtschaftliche Vertret-barkeit (Rdnr. 518 f.). Das geschilderte Dilemma des Organs der juristischen Person, sich zwischen der Haftung gegenüber der Gesellschaft (z.?B. § 64 GmbHG) und der AOK oder dem FA entscheiden zu müssen, besteht generell für die Dreiwochenfrist nicht mehr, da BGH (2., 9. Zivilsenat und 5. Strafsenat) und BFH mittlerweile gemeinsam zu diesem Ergebnis gefunden haben (Rdnr. 306, 317, 340 ff.). § 133 InsO ist stets eine gefährliche Klippe (Rdnr. 535, 646). Zusammenfassend darf festgehalten werden, dass der Leser einen zuverlässigen Überblick über die Praxis der Sanierung bekommt, er wird das Buch mit Gewinn zur Hand nehmen."
Dr.
Friedrich L. Cranshaw,
Banksyndikus und Rechtsanwalt in Mutterstadt
© BankPraktiker,
Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH 2008